ALS Ice Bucket Challenge

97 % möchten nicht zur #ALSIceBucketChallenge

In den letzten Tagen und Wochen dominierten, auf Facebook und anderen Social Media Kanälen, Videos in denen sich Protagonisten Eiswasser über den Kopf geschüttet haben  – die #ALSIceBucketChallenge. Kaum einer ist an der Spendenaktion vorbei gekommen oder hat diese nicht mitbekommen. Und das wobei 97 % für die Challenge gar nicht nominiert werden wollten. Wurden Sie es doch, wurden daraufhin gleich drei weitere Personen nominiert und das Schneeballsystem nahm seinen Lauf.

Wir haben mit einer nicht repräsentativen Umfrage (590 Teilnehmer) einmal nachgefragt:

45,76 % bejahten die Aktion und fanden diese sinnvoll,
40,68 % sprachen sich dagegen aus, und
13,56 % sind sich unschlüssig.

Trotz, dass sich knapp die Hälfte für die Aktion ausgesprochen hat, sagen aber 61,02 % das eine Aktion wie die #ALSIceBucketChallenge nicht öfters stattfinden soll. Die Mehrheit (58,33 %) ist genervt von der Überflutung in den sozialen Medien, und für 52,78 % muss keine Aktion stattfinden um zum Spenden animiert zu werden.
Zum anderen stellt sich die Frage, ob der eigentliche Sinn mit so einer Massenaktion überhaupt noch im Vordergrund steht? Oder die Challenge zum Schluss nur noch eine reine Selbstdarstellung und Gruppenzwang ist.

Laut Umfrage wurden 37,93 % der Befragten zur Challenge nominiert. Wobei diese nur von 45,45 % angenommen wurde. Dies entspricht einer Teilnahmequote von rund 17 %. Gefühlt etwas wenig, da in den letzten Tagen die Videos zur Challenge das Web komplett dominiert haben. Wohl auch aus dem Grund nervt die Aktion schon viele und hat damit den Sympathie-Zenit überschritten. Aus „Klasse Aktion für ALS-Betroffene“ ist „Nicht noch einer, der sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf kippt“ geworden. Wobei dazu auch zu sagen ist, dass sich viele mit einfallsreichen Ideen von der Masse abgesetzt haben und zumindest einen kleinen Unterhaltungswert boten.

68,75 % derer, die die Challenge angenommen haben, haben auch gleich gespendet (ø 68 €). Ursprünglich besagt die Regel: Entweder 100 € an ALS spenden oder 10 € spenden und sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf kippen.
Hierdran lässt sich gut erkennen, dass die meisten Teilnehmer der Challenge, unabhängig der Regel, gespendet haben und das auch noch mehr als nur 10 €. Bei vielen stand somit der Spaßfaktor und der gute Zweck im Vordergrund. Dies belegen auch die Zahlen, wonach 45% die #ALSIceBucketChallenge als gute Aktion bezeichnen.

Chart ALS 3

Gespendet wurde aber zu großen Teilen nicht an die ALS Association (USA). 56,25 % spendeten direkt an deutsche ALS Organisationen und 31,25 % an anderweitige Hilfsorganisationen.
Dazu passend auch der Tenor aus dem Umfeld: „Die ALS Association (USA) hat durch die Aktion bereits genug Spendengelder gesammelt – wir spenden anderweitig.“ Dadurch ist die #ALSIceBucketChallenge auch für andere Hilfsorganisationen ein Gewinn gewesen. Ein weiterer Nebeneffekt der Challenge ist der gestiegene Bekanntheitsgrad: 50,88 % konnten vor der Challenge mit dem Begriff ALS nichts anfangen.

Chart ALS 4

Fazit: Die Kombination aus einem sozialen Thema, Spassfaktor und dem Internet ergibt eine unglaubliche Aufmerksamkeit. Das Internet ist für solche Aktionen ein idealer Nährboden um in kurzer Zeit eine hohe Reichweite zu erzeugen.
Ob der ursprüngliche Sinn am Ende für jeden noch ersichtlich war, wage ich zu bezweifeln. Aber auch bei den zuletzt eher negativen Kommentaren, ist die #ALSIceBucketChallenge immer noch ein Gewinn gewesen.