Heute schon gequizzt? Kreative Leadgenerierung mit Quiz und Co.

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Jana Behr
Jana Behr

Leads, Leads, Leads: Was sich wie der Refrain eines Ohrwurms anhört, ist das Paradigma modernen Online-Marketings. Ohne erfolgreiche Leadgenerierung verfehlen Websites heutzutage ihren Zweck. Damit es noch besser mit den Leads klappt, kannst du ja mal ein kreatives Format der Leadgenerierung ausprobieren. Welches? Zum Beispiel mit Quiz, Gewinnspielen oder interaktiven Tests. Wir zeigen dir kreative digitale Methoden zur Leadgenerierung.

Einer der größten Vorteile kreativer Leadgenerierung: Deine Leads sind in der Regel qualitativ hochwertiger. Denn du begeistert deine potenziellen Kunden von Anfang an mit der Art und Weise, wie du ihre Daten sammelst und gibst ihnen schon vor der Kontaktabfrage einen Mehrwert.

 

Ohne Leadgenerierung geht nix mehr

Die Leadgenerierung ist das Ziel erfolgreichen digitalen Marketings. Denn ohne Conversion könntest du dir die vielen Blogs, Videos und deine Social-Media-Aktivitäten sparen. Die Kunst dabei: deine Website-Besucher und Interessenten zu einem qualitativ hochwertigen Lead zu konvertieren.

Bevor dir aber ein potenzieller Kunde seine persönlichen Daten und die Erlaubnis gibt, ihn mit Informationen zu deinem Produkt oder deiner Dienstleistung zu „beglücken“, musst du dir sein Vertrauen erarbeiten.

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Dazu werden im Inbound-Marketing drei Phasen definiert:

  • Bewusstseinsphase (Awareness), in der du deinen Kunden mit mehrwertigen Angeboten, wie Blogs, E-Books, Videos oder Podcasts
  • Erwägungsphase (Consideration), in der Du mit deinem Kunden interagierst. Dazu bietest du ihm Whitepaper, Demo-Videos, Webinare oder ein interaktives Quiz an – mit Landingpage und CTA zu deinem Produkt.
  • Entscheidungsphase (Decision), in der du deinen Kunden begeisterst. Dazu tritt dein Vertrieb mit Unterstützung von Factsheets, Produktblättern, Demos oder Testzugängen mit deinem Lead persönlich in Kontakt.

Laut einer Searchmetrics-Untersuchung befinden sich 80 Prozent aller User der Customer Journey in der Awareness- und Consideration-Phase. Fakt ist, dass viele Unternehmen bei der Leadgenerierung die Awareness- und Consideration-Phase unterschätzen.

Deshalb heißt es: Content, Content, Content, um genug Interessenten auf deine Website zu locken. Leadgenerierung, die dem User Spaß macht, erhöht die Erfolgsquote.

 

E-Mail-Adressen: die Basis der Leadgenerierung

Klassisch funktioniert Leadgenerierung über Webformulare, um die Daten deines potenziellen Kunden zu erhalten, die du dann für deine Marketing-Kampagne nutzt. Neben Adresse und Telefonnummer ist die E-Mail-Adresse die wichtigste Angabe für die Leadgenerierung.

Sie ermöglicht dir, mit deinem Interessenten persönlich, schnell und kostengünstig zu kommunizieren. Sobald die E-Mail-Adresse erhoben wurde, können automatisierte Marketing-Kampagnen starten, die Interessenten zu Kunden konvertieren.

 

Mit kreativen Leadgenerierungs-Methoden neue Impulse setzen

Die klassischen Leadgenerierungs-Methoden sind mittlerweile gelernt und nach wie vor erfolgreich. Allerdings sind sie schon lange nicht mehr so außergewöhnlich, wie noch am Anfang, als Content-Marketing noch kein Begriff war und User sich freuten, exklusives Wissen nur für ihre E-Mail-Adresse zu erhalten.

Spannender sind mittlerweile kreative interaktive Methoden, wie Quiz, Gewinnspiele (auch auf Facebook und Messen usw.), Captcha Ads, Kalkulatoren (zum Beispiel zum Thema Gehalt), interaktive Tests zu Themen, wie zum Beispiel Psyche, Liebe, Zukunft, Job usw., interaktive Ratgeber, Umfragen und interaktive Grafiken.

Von Anfang an wird dabei eine Interaktion mit dem potenziellen Kunden hergestellt. Er erhält direkt einen Mehrwert. Außerdem führen Quiz und spielerische Tests zu einem höheren „Engagement“ von Interessenten oder Kunden. Du glaubst nicht, wie stark der Spiel- und der Wettbewerbstrieb ist.

Sie können gar nicht anders als mitzumachen! Neben Quiz und interaktiven Tests gibt es noch andere interessante interaktive Leadgenerierungs-Tools. Dazu zählen zum Beispiel interaktive Adventskalender, bei der der Kunde jeden Tag ein neues Türchen öffnet und in der Weihnachtszeit Rabatte, Angebote oder Produkte und Dienstleistungen erhält.

Interessant sind auch Kalkulatoren, mit denen Website-User bestimmte Werte errechnen können, wie zum Beispiel Gehalts-, Break-even- oder Honorar-Kalkulatoren.

Ganz besonders beliebt sind Fußball-Tipp-Spiele. Um teilzunehmen, hinterlässt der User seine Kontaktdaten und kann sein Kicker-Wissen mit Tausenden anderer Fans vergleichen.

 

3 Beispiele für kreative, interaktive Leadgenerierung

Beispiel 1: Das Quiz

Klug konstruiert, bieten Quiz zum Beispiel einen sinnvollen Ansatz, spielerisch das Kunden-Wissen und damit seinen Status innerhalb der Customer Journey abzufragen. Aber nicht nur das:

Du kannst Online-Tests und Quiz auch gut nutzen, um zu überprüfen, welche Kenntnisse und Botschaften bei deinen Mitarbeitern oder deinen Kunden angekommen sind – oder welche Informationslücken noch zu schließen sind. Oder du veranstaltest eine Challenge und lässt Abteilungen sowie Filialen gegeneinander spielen.

Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du bindest deine Quiz-Teilnehmer noch mehr an dich und sorgst dafür, dass sie ihr Wissen oder ihre Fähigkeiten noch weiter ausbauen. Auf Kundenseite erhöhst du damit die Kundenzufriedenheit und ersparst dir durch das im Quiz gewonnene Wissen den einen oder anderen Anruf des Kunden bei der Hotline.

Außerdem sind Quiz ein wahrer Traffic-Booster für deine Website und eignen sich hervorragend für die Leadgenerierung! Im HR-Bereich stärkst du dein Team und es macht ihm auch noch Spaß! Deshalb zählen Quiz oder Tests zu den erfolgreichsten Instrumenten im Online-Marketing, bei gleichzeitig sehr geringem Kosteneinsatz.

Beispiel 2: Facebook-Gewinnspiele

Neben der Möglichkeit, Gewinnspiele auf deiner Website und im klassischen Newsletter-Marketing einzusetzen, lohnen sich zum Wachstum deiner Facebook-Community und zur Leadgenerierung Facebook-Gewinnspiele. Mit täglich 1,56 Milliarden aktiven Nutzern ist Facebook weltweit die Plattform Nummer 1, um deine Zielgruppe zu erreichen.

Mit Facebook-Gewinnspielen hast du die Möglichkeit, drei grundlegende Arten von Leads zu generieren: Anstatt bestehende Kunden mit Gewinnen zu belohnen, kannst du ein Gewinnspiel konstruieren, das dir hilft, Kunden zu finden, bevor sie bei dir kaufen.

Dazu musst du Inhalte kreieren, die Bedürfnisse ansprechen, deren Lösung dein Produkt oder deine Dienstleistung ist. Zum Zweiten findest du mit einem Gewinnspiel, das Insights zu deiner Marke abfragt, die Kunden, die am meisten hinter dir stehen. Drittens:

Gerade bei Unternehmen mit vielen Angeboten und bei Produkteinführungen sind Gewinnspiele zu einzelnen Produktgruppen Gold wert. Mit einem Gewinnspiel lenkst du das Interesse auf ein bestimmtes Angebot und kannst herausfinden, welches am beliebtesten ist. 

Beispiel 3: Captcha-Ads

Noch nicht so häufig gesehen, obwohl seit einigen Jahren auf dem Markt, ist das Werbeformat Captcha-Ads. Bei dem Captcha-Ad-Journey-Werbeformat wird der Nutzer in ein Frage-Antwort-Spiel verwickelt und er erhält darauf aufbauend Inhalte, die zu seinen Interessen passen.

Das Format verbindet Branding-Ziele mit interaktiver Leadgenerierung und hilft, Advertisern, wertvolle Profile zu erstellen. Eine Variante: Statt mit barer Münze zu bezahlen, erhält der User einen Videospot, bei dem er am Ende des Werbespots eine Frage beantwortet, um beispielsweise einen Artikel weiterlesen zu können.

Automobilhersteller Mitsubishi testet das Captcha-Ad-Journey-Format, indem es den Nutzer nach seinen Kaufabsichten, Finanzierungswünschen und dem passenden Fahrzeugtyp befragt.

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5 bewährte Varianten zur Quiz-Konzeption

Du hast noch nie ein Quiz entwickelt? Wir stellen dir fünf unterschiedliche Quiz-Varianten vor!

  1. Ja/Nein: Du stellst Fragen, die die Quiz-Teilnehmer mit JA und NEIN beantworten. Ziel: Am Ende ergibt sich eine bestimmte Anzahl von Ja-Antworten. Je nachdem, wie hoch diese ist, erhält der User eine Bewertung dazu, und eine Einordung in eine Kategorie. Gutes Beispiel: Ein online basierter Burnout-Test mit Sofort-Ergebnis.
  2. Zuordnung: Du stellst deine Fragen, mehrere Antworten sind möglich. Im Vorfeld definierst du vier unterschiedliche Ergebnis-Typen/-Tendenzen und passt diese auf die möglichen Antworten an. Dein Ziel: Am Ende des Quiz erhält dein User zum Beispiel die Antwort darauf, welcher Urlaubs- oder Freizeit-Typ er ist.
  3. Multiple-Choice: Du erstellst ein Quiz mit Fragen, auf die es mehrere Antworten gibt. Jeweils nur eine davon ist richtig. Je mehr richtige Antworten, desto höher die Punktzahl. Beispiele: Wissenstests, Fahrschultests, usw.
  4. Wahr/Falsch: Du stellst Fragen, auf die nur mit wahr oder falsch geantwortet kann. Je mehr richtige Antworten, desto mehr Punkte.
  5. Weiterleitung zur Produkt-Page: Um deinem User das passende Produkt anzuzeigen und den Verkauf gezielt zu steigern, ermittelst du über ein Quiz die Bedürfnisse. Beispiel: Welcher Anzug-Typ bist du? Durch ein paar Fragen ermittelst du spielend das Bedürfnis und kannst diesen direkt in deinen Shop leiten, um dort den Verkaufsprozess zu starten.

Unabhängig von der Methode bzw. Variante, die du für dein Quiz wählst, solltest du in jedem Fall vor dem Anzeigen der Quiz-Ergebnisse die E-Mail-Adresse der Teilnehmer abfragen.

 

7 Tipps zur Quiz-Gestaltung

  1. Erstelle sinnvolle Quiz oder Tests, die den Teilnehmern einen Mehrwert bieten und mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung unmittelbar zu tun haben!
  2. Sorge für den nötigen Spaßfaktor, indem du zum Beispiel nicht Textantworten nutzt, sondern mit Bildern als Antwort-Option arbeitest!
  3. Schon der erste Eindruck zählt! Denke an ein verführerisches Cover-Foto mit AHA-Faktor. Setze verlockende Überschriften ein. Der User muss den Mehrwert für sich direkt begreifen. Auch wenn der Inhalt sachlich ist, so sollte die Aufbereitung emotional triggern.
  4. Du hast zwei Möglichkeiten, mit Quiz Leads zu sammeln: Entweder du verknüpfst die Teilnahme am Test mit der Abgabe der E-Mail-Adresse oder aber, und das ist die besser konvertierende Option, der Teilnehmer erhält, nachdem er das Kontaktformular ausgefüllt hat, sein Ergebnis oder Incentive.
  5. Erstelle eine konvertierende Landingpage. Im Mittelpunkt steht die kurze und prägnante Beschreibung, welchen Nutzen du neben dem Quiz-Ergebnis bietest. Der User muss die Botschaft auf einen Blick erfassen. Insgesamt gilt bei der Landingpage das Motto „weniger ist mehr“. Es reichen die Haupt-Headlines, die wichtigsten Features, auffallende Call-to-Actions, ein oder zwei Visuals und vertrauenswürdige Elemente wie Logos, Testimonials oder Prüfsiegel.
  6. Nutze Kooperationen mit Influencern und Experten, um die Conversion deines Quiz zu erhöhen. Quiz-Themen könnten zum Beispiel sein: Zehn Fragen von Bibi zur täglichen Hautreinigung, Monk testet deine Resilienz, Bob der Baumeister stellt zehn Fragen zur Installation deiner Wasseranschlüsse.
  7. Was letztlich wichtig ist: Mehrwert, Mehrwert und nochmal Mehrwert!

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Fazit: Steigere mit kreativer, interaktiver Leadgenerierung deine Conversion-Rate!

Auch wenn viele Unternehmen nach und nach Content-Marketing und Leadgenerierung für sich entdecken oder einsetzen - potenzielle Kunden sind es schon seit einigen Jahren gewohnt, ihre Kontaktdaten gegen Content einzutauschen.

Stich deshalb mit kreativer digitaler Leadgenerierung hervor, positioniere dich als Vorreiter und vervielfache deine Conversion-Rate! Letztlich macht dir die Erstellung eines spannenden Quiz bestimmt auch mehr Spaß als nur eine einfache Landingpage.

Über den Autor

Jana Behr ist IT-Fachredakteurin, Bloggerin und Content-Marketing-Queen aus Köln. Leidenschaftlich gerne beschäftigt sie sich mit Themen rund um IT, Digitalisierung und natürlich Content-Marketing. Neben ihrer Tätigkeit als Texterin und Autorin unterstützt sie mit ihrer Agentur aproposcontent mittelständische Unternehmen kreativ dabei, mit einer erfolgsorientierten Strategie im Content-Marketing voll durchzustarten!